KEBYART bringt das Quartett Nr. 2 von Georg Friedrich Haas zur Uraufführung, ein Werk, das wie für das Ensemble geschaffen ist
Am 23. März feierte KEBYART im Auditorium 400 des Reina-Sofía-Museums in Madrid einen der wichtigsten Meilensteine seiner Laufbahn: die Uraufführung des Saxophonquartetts Nr. 2 (2026) von Georg Friedrich Haas, eines Werks, das vom Centro Nacional de Difusión Musical in Auftrag gegeben und dem Ensemble gewidmet wurde.
Diese Uraufführung bestätigt nicht nur die enge künstlerische Verbindung zwischen dem österreichischen Komponisten und dem Quartett, sondern etabliert KEBYART als eine der wichtigsten internationalen Referenzen im Bereich der zeitgenössischen Saxophonmusik.
Ein Werk, das aus künstlerischem Selbstvertrauen heraus entstanden ist
Das neue Quartett von Haas ist das Ergebnis einer intensiven Zusammenarbeit. Der Komponist selbst hat die Einzigartigkeit des Ensembles hervorgehoben und erklärt:
„Es sind unglaubliche Musiker, sehr aufgeschlossen […] und in der Lage, diese klanglichen Möglichkeiten auszuloten und Ergebnisse zu schaffen, die das Publikum wirklich zu bewegen wissen.“
Das Werk trägt den Untertitel „In memory of James Cecil Williams“ und ist dem Schwiegervater des Komponisten gewidmet, einem Saxophonisten, dessen Andenken das Stück mit einer starken emotionalen Kraft durchzieht.
Dieser intime Hintergrund spiegelt sich in einer Musik wider, die Momente großer körperlicher Intensität mit fast erzählerischen Passagen abwechselt – wie ein dekonstruierter Blues, der in einem sich ständig wandelnden Klanggefüge auftaucht und wieder verschwindet.
Ein radikales Klangerlebnis
Weit entfernt von der traditionellen Besetzung entfaltet sich das Quartett wie eine erweiterte Klangarchitektur: bis zu neun Saxophone auf der Bühne und eine räumliche Anordnung in zwei Duos, die das Publikum umhüllen.
Haas geht hier auf eines der zentralen Elemente seiner Sprache ein: die mikrotonalen Schwebungen, jene Schwingungen, die zwischen fast identischen Tönen entstehen und sowohl eine körperliche als auch eine akustische Wahrnehmung hervorrufen.
Das Ergebnis ist ein etwa 40-minütiges Werk, das zu einem immersiven, fast rituellen Hörerlebnis einlädt, bei dem die Zeit stillzustehen scheint und sich die Aufmerksamkeit auf das Wesentliche richtet: das Klangphänomen an sich.
Ein Wendepunkt in der Geschichte des Quartetts
Die Kritik hat dieses Konzert als eines der bedeutendsten in der Geschichte des Ensembles bezeichnet und dabei sowohl den hohen Anspruch der Partitur als auch die Fähigkeit von KEBYART hervorgehoben, dieser mit Leichtigkeit und Tiefe gerecht zu werden.Mit dieser Uraufführung festigt KEBYART seine Stellung als bevorzugter Ansprechpartner der großen Komponisten unserer Zeit und bekräftigt damit sein Engagement für zeitgenössische Musik und die Erweiterung des Repertoires für Saxophonquartett.
Kommende Termine
Nach dieser bedeutenden Premiere setzt KEBYART eine Saison mit großer internationaler Resonanz fort, die von mehreren herausragenden Meilensteinen geprägt ist:
Residenz beim Bodensee-Festival 2026 mit einer ausgedehnten Konzerttournee durch Deutschland, die Schweiz und Österreich im Mai, einschließlich Zusammenarbeit mit der Bodensee-Philharmonie und verschiedener Kammermusikprogramme.
Das zweite Konzert im Rahmen ihrer Residenz im Palau de la Música Catalana findet am kommenden 28. April unter dem Titel „Kebyart & Friends“ statt; auf dem Programm stehen Werke von Steve Reich, Caroline Shaw, Ravel und Strawinsky.
Diese Projekte festigen die Präsenz des Quartetts auf einigen der bedeutendsten Bühnen der europäischen Musikszene und führen eine künstlerische Linie fort, die auf interpretatorischer Exzellenz, Innovation und einem ständigen Dialog mit dem zeitgenössischen Schaffen basiert.