KEBYART veröffentlicht UNRAVELED: eine zeitgenössische Hommage an Maurice Ravel

Im Jahr 2025 jährt sich zum 150. Mal der Geburtstag von Maurice Ravel, einer der raffiniertesten und einzigartigsten Persönlichkeiten der Musik des 20. Jahrhunderts. Anlässlich dieses Jubiläums präsentiert Kebyart UNRAVELED, sein neues Album, das bei Linn Records – Outhere Music erschienen ist und das Erbe des französischen Komponisten aus einer gewagten und zutiefst persönlichen Perspektive erforscht und neu interpretiert, obwohl Ravel nie für Saxophonquartette komponiert hat.

UNRAVELED ist weit mehr als eine einfache Transkription, es ist eine Klangreise, die die elegante Komplexität der Sprache Ravels entschlüsselt– unravels. Das Album vereint Kebyarts eigene Arrangements grundlegender Werke wie Le Tombeau de Couperin und Pavane pour une infante défunte mit einer großen Auswahl französischer Barockstücke von Jean-Philippe Rameau. Dieser Dialog zwischen den Epochen unterstreicht Ravels Bewunderung für die Ornamentik, die formale Klarheit und die rhythmische Raffinesse, die er aus der Barocktradition übernommen hat.

Die Präsenz von Rameau ist kein Zufall: Seine Pièces de clavecin fungieren hier als historischer Spiegel, in dem sich viele der ästhetischen Ideen Ravels widerspiegeln. Durch diese Werke verbindet Kebyart Vergangenheit und Gegenwart und zeigt, wie die französische Musik des 18. Jahrhunderts weiterhin im modernen Kompositionsdenken nachhallt.

Das Album wird durch zwei Auftragswerke zeitgenössischer Komponisten ergänzt, die direkt mit Ravels Musikphilosophie in Dialog treten. In Les perfectibilités – traité d’ornement befasst sich Mikel Urquiza mit dem Begriff des Ornaments, der radikalen Einfachheit und der ständigen Perfektionierung und artikuliert dabei einen fragmentarischen und poetischen Diskurs. Joan Pérez-Villegashingegen zolltmit Debout, Maurice! eine energiegeladene und provokative Hommage, ein Werk, das den Geist Ravels aus einer zeitgenössischen Perspektive wiederbelebt.

UNRAVELED wurde im Auditori Josep Carreras in Vila-seca aufgenommen und ist das Ergebnis intensiver künstlerischer und klanglicher Arbeit, die vom Toningenieur Sixto Cámara Moya detailgetreu eingefangen wurde. Das Album feiert nicht nur Ravel, sondern hinterfragt, interpretiert neu und projiziert sein Vermächtnis in die Zukunft, wodurch die Zusammenarbeit von Kebyart mit Linn Records – Outhere Music in einem künstlerisch sehr ambitionierten Projekt gefestigt wird.

Als letzte Anspielung – und vielleicht als poetische Gerechtigkeit – sei daran erinnert, dass Ravel zwar nie für Saxophonquartette komponierte, aber eine echte Faszination für dieses Instrument empfand: So sehr, dass er in seinem berühmten Bolero dem Saxophon zwei seiner unvergesslichsten Soli widmete. Wer weiß ... vielleicht ist UNRAVELED letztendlich doch das Album, das Ravel gerne gehört hätte.

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